RAMIREZ

RAMIREZ
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  • Tuesday, 18 April 2023
  • Frannz
  • 19:00
  • 20:00

Veranstalter: Trinity Music

Ramirez (oftmals auch Rvmirxz geschrieben) lauert gerne im Schatten und erzählt von dort aus... more

Ramirez (oftmals auch Rvmirxz geschrieben) lauert gerne im Schatten und erzählt von dort aus über die Härte des Alltags in den Straßen US-amerikanischer Großstädte. Seine Texte sind in paranoide Reflexionen sowie angsteinflößende Berichte über Mord und Verstümmelung getaucht. In den vergangenen Jahren hat der selbsternannte „Silver Back Gorilla“ eine einzigartige Mischung aus 90er-Memphis-Horrorcore und Bay-Area-Rap geschaffen, die ihn zu einem Star unter den mit Social Media aufgewachsenen Menschen machte. Seine gemeinsamen mit den $uicideboy$ veröffentlichten Hits „Grey Gods“ und „Sarcophagus II“ zählen auf Soundcloud mehr als 20 Millionen Streams, andere Single-Auskopplungen wie „The Boys Are Back in Town“, „The Fo Five“ oder „Na Na Na Na Na (Caught Slippin)“ verzeichnen bei Spotify zwischen 35 und knapp 70 Millionen Plays. Und dies alles als ein Selfmade- und Underground-Rap-Künstler, der die Zusammenarbeit mit der „Industrie“ konsequent verweigert. Mit seinem achten Mixtape „The Tragedy of a Clown“ geht Ramirez im kommenden Frühjahr auf Europatournee und macht im April für drei Deutschlandkonzerte in Berlin, Hamburg sowie Köln Halt.

Der 1998 als Ivan Ramirez geborene MC mit hispanischen Wurzeln begann seine ersten Reime zu spitten, als er in die Pubertät kam. Seine erste EP veröffentlichte er mit 16 Jahren – und konnte sich gleich als eine neuartige Stimme im US-Rap-Game positionieren. Sein Selbstverständnis als Geschichtenerzähler ist tief im Mission District von San Francisco verwurzelt, einem Ort, an dem Ramirez alles Wilde, Verbotene und Verruchte von den großen Rappern der Stadt aufgesogen hat. Er versteht Cellski als künstlerische Vaterfigur und erinnert sich an Andre Nickatina als den ersten MC, der ihn davon überzeugte, dass er es selber zu einer Meisterschaft im Rappen bringen wollte. Doch Ramirez hat auch immer Einfluss aus anderen Regionen bezogen, insbesondere den Südstaaten der USA mit ihrem ganz eigenen Hip-Hop-Style. Sein Bruder machte ihn mit dem Houston Rap bekannt, vor allem mit DJ Screws benebelten, zerhackten Produktionen, während sein Onkel ihm alte Three 6 Mafia-Bänder gab und Ramirez damit einen ersten Eindruck bot von der Underground-Rapszene von Memphis, die seinen Flow stark inspirierte: so schnellfeuernd und stakkatohaft wie ein halbautomatisches Gewehr.

Kein Wunder also, dass es den jungen Mann von der Westküste in den Süden zog, als er seine Rap-Karriere starten wollte. Ramirez lernte Ruby da Cherry und $crim – die in New Orleans ansässigen MCs und Produzenten hinter den $uicideboy$ – 2015 über Twitter kennen und wurde zu einem Gründungsmitglied ihres Labels G*59 Records. Seither arbeiten sie kontinuierlich eng zusammen: Eine Vereinigung, die es ihnen ermöglicht hat, eine Kult-Gefolgschaft für ihre wortreichen Erzählungen des Straßenalltags zu finden. Beeinflusst von den immer wütenden Tendenzen der $uicideboy$ hat Ramirez diese erweitert, um seinen eigenen Kanon der Gewalt und Selbstmedikation zu konstruieren. Seine Verse waren lange Zeit drogeninduzierte Wutausbrüche, angeheizt durch Percocet und Promethazin.

In diesem Jahr erschien mit „The Tragedy of a Clown“ sein bereits achtes Mixtape – neben vier weiteren Alben sowie zehn EPs in nur sieben Jahren – und es erzählt von dem nun geläuterten Ramirez. „Der Zweck eines Clowns ist es, aufzutreten und zu unterhalten“, erklärt er. „Aber manchmal verbergen Clowns ihre wahren Gefühle, indem sie sich die Freude ins Gesicht malen. Die Realität ist, dass Clowns nicht immer zufrieden sind, aber immer diese glückliche Rolle spielen müssen, auch wenn sie ausgelacht werden. Dies bezog sich auf mich, als ich in den letzten Jahren nüchtern geworden bin und gegen Depressionen gekämpft habe. Die Aufnahme dieses Albums hat mir geholfen, einige schwierige Zeiten zu überstehen, und ich hoffe, dass es mir hilft, meine Liebe und Leidenschaft für das Musikmachen auf eine andere Weise noch einmal neu zu entdecken.“

 

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