Harold López-Nussa

© Gabriel Bianchini
Harold López-Nussa
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  • Donnerstag, 10. November 2022
  • Passionskirche Kreuzberg
  • 19:00
  • 20:00

Veranstalter: New Berlin Konzerte

„Zuhören sieht einfach aus, ist es aber nicht. Jeder Kopf ist eine Welt,“ weiß man auf Kuba.... mehr

„Zuhören sieht einfach aus, ist es aber nicht. Jeder Kopf ist eine Welt,“ weiß man auf Kuba. Einer der spannendsten musikalischen Köpfe der Karibikinsel, noch dazu einer, dem man gerne zuhört, kommt jetzt für einige beseelende Abende nach Deutschland. Harold López-Nussa ist ein in jeder Hinsicht meisterlicher Pianist und Komponist, eine Jazz-Sensation, gefeiert von Montreux über den Blue Note-Club in New York bis Moers. Seine Wurzeln in der klassischen Musik, die er bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr ausschließlich studierte, die zwanzig Jahre, die er sich seitdem intensiv und leidenschaftlich mit der Geschichte und der Zukunft des Jazz auseinandergesetzt hat und die afrokubanische Musik, die ihn währenddessen ständig begleitet und geformt hat, machen ihn zu einem der faszinierendsten Klaviervirtuosen seiner Generation.

Egal ob als Solist oder im Quartett mit seinem Bruder Ruy Adrián López-Nussa am Schlagzeug, Bassist Julio César González und dem Trompeter Mayquel González, mit Symphonieorchestern, dem Akkordeonisten Vincent Peirani, Popstar Cimafunk oder einem Reggaeton-Star – die Meisterschaft und Spielfreude unseres Mannes aus Havanna ist so faszinierend wie ansteckend.

Eigentlich wollte Harold López-Nussa Baseballspieler werden. Genauer gesagt: second baseman. Zum Glück kam ihm die Musik dazwischen. Mit acht Jahren begann er sein Klavierstudium, mit elf nahm ihn das legendäre Conservatorio Amadeo Roldán in seiner Heimatstadt Havanna auf, seinen Abschluss machte er am Instituto Superior de Arte. Etwas eingeschüchtert vom Improvisieren, wagte sich der so ausgebildete Konzertpianist erst mit achtzehn an den Jazz. „Wenn man von der klassischen Schule kommt, lernt man, wie man Noten genau so spielt, wie sie in der Partitur stehen,“ erzählt er. „In Sachen Jazz erinnere ich mich, dass mein Onkel mir die Charts für einen Standard zeigte und sagte: „Jetzt improvisierst du.“ „Wiebitte?“ „Du improvisierst einfach – was auch immer du fühlst.“ Am Anfang hatte ich dafür zu viel Angst. Aber ich bekam viel Unterstützung von meiner Familie und meinen Freund*innen. Wir haben versucht, Standards zusammen zu lernen. Nachdem ich es ein paar Jahre lang versucht hatte, war ich zuversichtlicher, diese Musik zu spielen.“ Dabei ist López-Nussas Vater selbst Jazzdrummer und seine Mutter arbeitete Zeit ihres Lebens als Klavierlehrerin. Zuhause liefen neben klassischer und kubanischer Musik immer auch Alben der Chick Corea Elektric Band, von Bill Evans und später auch ‚The New Standard‘ von Herbie Hancock. Heute wird der 38-jährige selbst mit diesen Ikonen verglichen, wenn etwa die amerikanische Jazzbibel DownBeat schreibt: „López-Nussas Anmut beim Single-Note-Spiel ähnelt der von Herbie Hancock und seine mit beiden Fäusten gespielten Attacken sind so beglückend wie die von Chick Corea.“

Harold López-Nussa war eben 21 als er den Ersten Preis und den Publikumspreis des Soloklavierwettbewerbs beim Montreux Jazz Festival gewann. Doch erst mit seinem zweiten Album unter eigenem Namen im Jahre 2007 – das Debüt gab er mit Klavierkonzerten von Heitor Villa-Lobos – besiegelte er seine zukünftige Jazz-Karriere. Schon bald war er an der Seite von Landsleuten wie Chucho Valdés oder Horacio „El Negro“ Hernández, dem puerto-ricanischen Saxofonisten David Sánchez, aber auch mit jungen amerikanischen Jazzmusikern wie Christian Scott oder Stefon Harris zu erleben. Die Sängerin und ‚Buena Vista Social Club‘-Legende Omara Portuondo begleitete er drei Jahre weltweit lang auf Tour. Neun Jazz-Alben hat Harold López-Nussa inzwischen aufgenommen, die meisten davon mit seinem Trio, in dem neben Bassist Felipe Cabrera auch sein jüngerer Bruder Ruy Adrián am Schlagzeug zu hören ist. Alle großen Festivals und kleinen Jazz-Clubs des Planeten hat er bespielt und außerdem jede Menge Preise gewonnen, auch für seine Filmmusiken.

Das aktuelle Album von Harold López-Nussa trägt den Titel „Te Lo Dije“, was so viel bedeutet wie „Hab‘ ich‘s dir doch gesagt.“ Um sich ähnliche Kommentare zu ersparen, sollte man unbedingt die Gelegenheit ergreifen diesen Ausnahmemusiker mit seiner Band Live zu erleben.

 

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