LA ROUX

© Ed Miles
LA ROUX
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  • Samstag, 15. Februar 2020
  • Metropol
  • 19:00
  • 20:00

Veranstalter: Trinity Music

Was für eine Achterbahnfahrt die letzten zehn Jahre für Eleanor „Elly“ Jackson gewesen sein... mehr

Was für eine Achterbahnfahrt die letzten zehn Jahre für Eleanor „Elly“ Jackson gewesen sein müssen! Was für ein Auf und Ab der Emotionen! Einerseits eine der erfolgreichsten, international gefeiertsten Newcomer der Pop-Industrie (und dies mit einem Sound, der nun wahrlich nicht darauf zugeschnitten ist, vor allem Erfolg zu generieren). Andererseits so unglücklich bis ins Mark, dass sie darüber sogar ihre Stimme verliert. In einem Jahr hochdekoriert bis hin zu einem Grammy für ihr Debütalbum „La Roux“. In einem anderen Jahr dermaßen verzweifelt, dass sie sämtliche Kontakte abbricht und nur noch mit einer Rhythmus-Maschine, einer Gitarre und einem Piano in ihrer Küche sitzt. Allein mit ihren Gedanken. Gedanken, von denen sie sich lösen muss. Und erst, als sie sich tatsächlich vollständig davon gelöst hat und nur noch intuitiv handelt, findet sie einen Ausweg aus ihrem persönlichen Dilemma. Und schreibt ein komplettes Album in weniger als vier Monaten. Das sie sodann in gerade einmal drei Wochen aufnimmt. Und das sich für Elly Jackson nun wie eine Wiedergeburt anfühlt.
Doch beginnen wir die Geschichte von vorn. Wir schreiben das Jahr 2009, es ist Spätsommer, und plötzlich kracht ein Song in die UK-Charts bis auf Platz 2: „In for the Kill“, ein Lied, das an die besten Momente des 80er-Synthiepop erinnert, an Künstler wie OMD, The Human League und Eurythmics. Gesungen von einer androgyn wirkenden, rothaarigen Erscheinung, die begleitet wird von einem Mann im Hintergrund: dem Produzenten Ben Langmaid, zuvor bekannt als Mitwirkender bei Faithless. Als Duo erobern die beiden die Welt im Sturm: Im Juli 2009 erscheint das selbstbetitelte Debütalbum, das global die Charts stürmt. Einen Monat später legen sie nach mit der Single „Bulletproof“, sie steigt bis an die Spitze der UK-Charts. Selbst die USA wird eingenommen, „Bulletproof“ klettert in die Top Ten der Billboard Charts. Multi-Millionen-Verkäufe, Igor Novello-Nominierung, ein ganzer Haufen an BRIT Awards, Shortlist für den Mercury-Prize sowie erwähnter Grammy Award: Nur einige wenige der vielen Erfolge, die das Duo schon kurz darauf einfährt. Man könnte sagen: Es läuft perfekt für La Roux. Doch La Roux selber und insbesondere Elly können dies weder sehen, geschweige denn genießen.
Stattdessen folgt ein mehrjähriges Ringen um das zweite Album. Elly und Ben streiten, überwerfen und entzweien sich schließlich, viele hunderttausend Pfund an sinnlos ausgegebenen Studiokosten später. Letztlich beendet Elly das zweite Album „Trouble in Paradise“ zusammen mit dem Co-Produzenten Ian Sherwin und veröffentlicht es fast auf den Tag genau fünf Jahre nach dem Debüt. Sie meint zu dem Zeitpunkt, es sei ein gutes Album, es erzähle viel von ihr. Die Kritik wiederum meint, dass ihr mit „Trouble in Paradise“ nicht weniger als eine „Renaissance der Neoromantik“ gelungen sei. In vielen Ländern, darunter auch in den USA, ist das Album noch erfolgreicher als das Debüt. Elly könnte zufrieden sein. Doch offenbar ist sie es nicht. Wie sich auch an einer fortwährenden, bald als chronisch eingestuften Stimmbandentzündung deutlich macht. Elly Jackson muss sogar komplette Tourneen absagen, weil es Phasen gibt, „in denen nur noch Luft aus meinem Hals kam, wenn ich versuchte zu singen.“
In der Folge tut sie das einzig Richtige: Sie besinnt sich ganz auf sich. Sie beendet den Vertrag mit ihrer Plattenfirma, sie verabschiedet sich von all ihren Freunden und verspricht, irgendwann zurückzukehren. Bei einem Urlaub mit ihrer Lebenspartnerin bricht sie am Strand zusammen, geschüttelt von Weinkrämpfen und Panikattacken. Daraufhin beendet sie sogar diese Partnerschaft, obwohl sie jener nicht mehr vorwerfen kann, als dass „wir beide nicht mehr interagiert haben, sondern nur noch wie auf Autopilot aufeinander reagiert haben.“ Erst jetzt, als sie nun ganz allein in ihrer Wohnung in Brixton sitzt mit den eingangs erwähnten Instrumenten, als sie aufhört nachzudenken und stattdessen alles einfach passieren lässt, ändern sich die Dinge. Mit der gleichen Wucht, mit der die Panikattacken verschwinden, kehrt ihre Stimme zurück. Sie schreibt Song um Song, ohne auch nur einen Moment darüber nachzudenken, was da gerade entsteht. Ja, selbst sämtliche Texte zu den Songs entspringen einer reinen Rückenmarkssteuerung. Nicht eine einzige Zeile wird kognitiv formuliert. Von diesem Prozess erzählt jeder Ton ihres am 7. Februar 2020 erscheinenden, dritten Albums „Supervision“. Ein Album, das in selten intensiver Weise den Weg eines Künstlers zu sich selbst erzählt. Man kann sich nur freuen für Elly Jackson, dass sie nun endlich weiß, wer sie ist. Und uns im Rahmen ihres exklusiven Deutschland-Konzerts am 15. Februar daran teilhaben lassen wird.

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