Jadu

© I AM JOHANNES
Jadu
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  • Sonntag, 24. März 2019
  • Lido
  • 19:00
  • 20:00

Veranstalter: Loft Concerts

Auf ihrem Debütalbum »Nachricht vom Feind« verzahnt die Berliner Sängerin Jadu auf clevere Weise... mehr

"NACHRICHT VOM FEIND"-TOUR 2019

Auf ihrem Debütalbum »Nachricht vom Feind« verzahnt die Berliner Sängerin Jadu auf clevere Weise Gesellschaftskritik und martialische Stilfiguren, Dream Pop und subtile Erotik. Das Album ist das auf allen Ebenen hervorragende Ergebnis einer langjährigen musikalischen und menschlichen Suche.

Die Songs auf dem Album erzählen nicht zuletzt von den Kämpfen, welche Jadu auf persönlicher und künstlerischer Ebene ausgefochten hat. Die Sängerin bedient sich dabei militärischer Metaphern und martialischer Stilfiguren, ihre Musik lebt aber ebenso von Zweifeln, einem virtuos betriebenen Spiel mit Antagonismen, von düsterer Erotik und der Lust am Abgrund. So verdichtet Jadu vermeintliche Gegensätze auf bestechende Weise zu einer in dieser Form noch nicht gehörten Rockmusik.

Die Musik, die Jadu im Kopf hatte, gab es da draußen nicht. Also musste sie sie selbst machen. Eine große Unterstützung auf diesem Weg ist ihr Ehemann, der Rostocker Rapper Marteria. Das sich gegenseitig befruchtende Verhältnis der Eheleute beschreibt Jadu nicht zuletzt in dem Song »Feldzug Berlin«: Ich hab Ausdauer, kann tagelang marschieren/Rostocks Hauptmann ist mein 1. Offizier/Flügel ausgebreitet, ich bin ein Lacin« singt sie da.

Und das fließt nun alles in diese Songs: Ihre Liebe zu guten Film-Scores, zur klassischen Musik, zum Drama, zur großen Geste, zu martialischer Rockmusik. Dazu: Diese bildreiche, metaphorische Sprache, oft verklausuliert, immer auf den Punkt, geprägt von den eigenen Erfahrungen und denen der anderen. Die frühe Findungsphase mitgerechnet, arbeitet sie insgesamt dreieinhalb Jahre an »Nachricht vom Feind«. Als irgendwann alles geschrieben, vorproduziert und arrangiert ist, geht sie mit den Produzenten Ben DMA, Dead Rabbit und Nobodys Face ins Studio und bringt ihre Songs auf die große Leinwand. Die Streicher müssen echt sein, die Gefühle sind es sowieso: »Nachricht vom Feind« wird endgültig zum Leben erweckt.

Die Musik, die Jadu geschrieben hat, nennt sie selbst Military Dream Pop und tatsächlich verdeutlicht dieser Begriff ganz gut, worum es hier geht: Ihre Leidenschaft für industriellen Brachialrock verzahnt die sie auf treffliche Weise mit Dream-Pop-, barocker Gothik und Trip-Hop-Anklängen. So entsteht ein facettenreicher, im besten Sinne zeitloser Stilmix mit maximaler Pop-Sensibilität. Dankenswert auch, dass Jadu sich jener Form von gesanglicher Hochleistungsartistik verweigert, wie sie in diesem Land viel zu oft als Ausdruck tiefster Gefühle missverstanden wird. Die Sängerin ist ihren Themen verpflichtet, jedes Wort, jedes Hauchen, jeder Ton und jede Wendung unterstreichen ihr Anliegen, nichts lenkt davon ab.

Wir sind alle multiple Persönlichkeiten. Und Jadu ist eben eine starke Kämpferin mit einem Hang zur Melancholie. Musik ist ihr Schutzschild, ihre Uniform, wenn man so will. Und »Nachricht vom Feind« ist dann eben doch: ein erkämpfter Sieg. Zumindest für den Moment.

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