LARY

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  • Montag, 12. November 2018
  • Lido
  • 19:00
  • 20:00

Veranstalter: Fremdveranstalter

Hart fragil. Der Titel des aktuellen Albums von Lary frönt ihm: dem Gegensatz. Wer die... mehr

"hart fragil" Tour 2018

Hart fragil. Der Titel des aktuellen Albums von Lary frönt ihm: dem Gegensatz. Wer die Sängerin beobachtet, sieht, was damit gemeint sein könnte: Lary ist oberflächliche Diva und charmanter Prolet mit Tiefgang in einem. Sie ist Instagram und Poetik. Hedonismus und Mäßigkeit. Manchmal Einzelgängerin, manchmal mitten drin. Singt mal stark, mal zerbrechlich. Feuert Schalke 04 aus Eckkneipen an und geht danach in Cocktailkleid auf Dinnerpartys. Sie ist „immer irgendwo zwischen schwarz und weiß“.

Lary hat gelernt, dass einzig ehrliche Varianz authentisch ist. Denn vermeintliche Widersprüche halten sich nur auf dem ersten Blick. Genauer betrachtet sind sie Teil unserer Vielschichtigkeit als Menschen. Lary gibt sich diesen teils widersprüchlichen Impulsen hin und hält aus, dass diese von anderen vielleicht nicht verstanden werden – sie selbst diese Impulse manchmal nicht einordnen kann. Denn erst all die Puzzleteile vereint zeigen ein komplettes Bild – zeigen Lary. Vielleicht.

Larissa Sirah Herden, wie Lary bürgerlich heißt, ist 1986 in Gelsenkirchen geboren. Sie machte Abitur, studierte in Düsseldorf, und ging irgendwann nach New York. Dort blieb sie kurz, sang in Bars und auf der Straße, modelte und jobbte hier und da. Vor gut sieben Jahren kam sie nach Berlin – und blieb. Auch weil sie Musik auf Deutsch machen wollte. Die Sprache mit ihrer eigen- sinnigen, düsteren Poetik ist ihr am nächsten.

Seit ihrem Debütalbum Futuredeutschewelle (2014) sind ein paar Jahre vergangen. Nun kommt das zweite, bei dem sie in jedem kreativen Schritt involviert war: hart fragil handelt nun von Abgründen, die direkt vor ihr lagen. Davon, vor ihnen keine Angst zu haben, denn „der Abgrund macht mich stark“, singt sie. Lary verliert sich in dem Leben, das sie lebt, in dem Lifestyle, der sie umgibt. Und ist gleichzeitig abgestoßen von alldem. Sie erzählt von Liebe, Trauer, Lebenslust. Situationen, in die sie sich extra begeben hat, um Neues zu spüren.

Irgendwo zwischen digitaler Selbstdarstellung und ewiger Sinnsuche, zwischen vermeintlichen Widersprüchen und einem stimmigen Ganzen, ist Lary ein Abbild der Gesellschaft und sticht doch heraus. Denn innerhalb dieser Spannungsfelder bleibt sie nicht stehen, sondern wandert und wandelt sich von einem Randbereich ins andere Extrem, denn sie weiß, nur wer an seine Grenzen geht, kann die eigene Mitte finden. Und genau dort lernt sie sich kennen – wieder und wieder aufs Neue.

Die Songs, die unter anderem mit einer 60ies Band live im Studio eingespielt wurden, wirken in der Summe ihrer Komposition ähnlich zerrissen, wie die Sängerin sich durchs Leben bewegt: Gitarren aus Spaghetti Western und Postpunk, Quentin Tarantino Schwere und Synthesizer. Und doch ergibt auch hier wieder die Gesamtheit das Bild. Die Richtung: düster melancholisch.

Auf hart fragil erzählt Lary vom Leben, aus ihrem Leben. Und jeder, der ihre Songs hört, kann seinen eigenen Film des Lebens darauf projizieren, sich in Nuancen damit identifizieren – und genau davon tragen wir doch so viele in uns.

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