Ho99o9

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  • Montag, 10. Juli 2017
  • Prince Charles
  • 20:00
  • 21:00

Veranstalter: Loft Concerts

Ho99o9 spricht sich "Horror". Man stelle sich vor, die Bad Brains treffen auf die Dead Kennedys... mehr

Ho99o9 spricht sich "Horror". Man stelle sich vor, die Bad Brains treffen auf die Dead Kennedys mit Jello Biafra und nehmen noch die Gravediggaz und Death Grips mit auf Tour, dann kommt man halbwegs auf den Sound von theOGM und Eaddy, den beiden Frontmännern von Ho99o9. Punk-Rap wird das gemeinhin genannt, aber damit liegt man daneben. Naturgewalt wäre der treffendere Name, insbesondere wenn man sich in einer Live-Show wiederfindet.

 

Die Lyrics sind politisch völlig inkorrekt und verstörend und beschäftigen sich auffallend viel mit Blasphemie, Nekrophilie und ähnlich Unappetitlichem. Auf der Bühne aber kommt alles wieder hoch, was den Punk so einzigartig gemacht hat: Bierduschen, Musiker, die sich immer mehr ihrer Kleidung entledigen, artistische Turnübungen, Stagediving aus mehreren Metern Höhe, Geschwindigkeit, Gitarrenkrach und vor allem Noise, Noise, Noise. Und alles was Hardcore-Rap ausmacht: Geschrei, Getobe, dazu noch die Industrial-Anklänge, fertig ist eine Mischung, die das Publikum Glieder schleudern und moshen lässt. Ein Faustschlag ins Gesicht für alle, die Genregrenzen allzu ernst nehmen. Die HipHop für schwarz und Punk für weiß halten. Die Langweiler eben.

 

Am 5. Mai erscheint nach diversen EPs und Mixtapes das Debütalbum "United States Of Horror", und Andreas Borcholte bei SPIEGEL ONLINE ist begeistert: "(...) roh, laut, furios, kathartisch. Black Punk. (...) Eine solche Kampfansage hat es in der schwarzen Musik lange nicht gegeben. Sie unterscheidet sich schon allein deshalb fundamental von nicht minder dringlichen Zustandsbeschreibungen und Blackness-Beschwörungen, die Kendrick Lamar, A Tribe Called Quest, Run The Jewels oder Solange in jüngster Zeit veröffentlicht haben: Sie überschreitet nicht nur performativ und textlich, sondern auch musikalisch Grenzen. Indem Ho99o9 ihr originäres Genre, Hip-Hop und Rap verlassen, brechen sie aus dem popkulturellen Getto aus, außerhalb dessen sich die weiße Mehrheitsgesellschaft sicher und dominant fühlt. Wie einst Death, Bad Brains oder später Body Count ("Cop Killer") ermächtigen sich Ho99o9 mit ihrem wütenden Punkrock eines Genres, das gemeinhin als Frustventil weißer Musiker gilt und ungeheure Energien entfachen kann." - 9.0 von 10 Punkten.

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